Feminismus und Gleichstellung waren Thema des DGB-Neujahrsempfang
Beim Neujahrsempfang des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Frankfurt stand das Thema Feminismus und Gleichstellung im Mittelpunkt. Für Unmut sorgte die rein männliche Rednerliste; darauf reagierten Politikerinnen der Grünen mit einem kreativen Protest, indem sie sich Bärte auf die Oberlippe klebten. Dabei machten sie auf die sichtbare Dominanz von Männern bei der Veranstaltung aufmerksam und setzten ein deutliches Zeichen für mehr Gleichberechtigung.
Foto: Ralph Delhees
Als DGB-Chef Philipp Jacks seine Rede unter dem Motto „Wir haben ein Männerproblem“ begann, spielte er auf gesellschaftliche Missstände an. Er betonte, dass viele der internationalen und sozialen Probleme – von Krieg über Klimazerstörung bis hin zu Angriffen auf Frauen und Demokratie – von Männern ausgehen. Jacks kritisierte, dass rechtskonservative Politik. Mit dem Satz „Wir starten heute feministisch ins neue Jahr“ markierte er eine klare Haltung zu Gleichstellung und Diversität. Ein weiteres zentrales Thema von ihm beschäftigte sich mit der Gleichstellung in der kommunalen Politik und Arbeitswelt.
Der DGB bot mit seinem Redner Dr. Dag Schölper zudem einem Mann die Bühne, der sich klar zu Feminismus und Gleichstellung bekannte. Dr. Dag Schölper, Geschäftsführer des Bundesforum Männer – Interessenverband für Jungen, Männer und Väter e.V. und leitet das Projekt „Nachhaltige Männlichkeit fördern – Toxische Männlichkeit überwinden“. Als promovierter Politikwissenschaftler brachte er in seinem Vortrag seine langjährige Erfahrung in der geschlechterpolitischen Verbandsarbeit ein. Sein Fokus lag auf der Entwicklung gleichstellungsorientierter Männerpolitik, der Förderung geschlechterreflektierter Beratung und der Demokratieförderung.
Oberbürgermeister Mike Josef, der zweite Mann von drei Rednern, ging auf Integration, Abschiebung, den Schutz von Ausbildungsplätze von gut integrierten Menschen ein, denen Abschiebung drohe. Weiter forderte er u.a. mehr Azubi-Wohnplätze, bezahlbarer Wohnraum und die Modernisierung von Berufsschulen.
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