Was Nutzerdaten über das digitale Lesejahr in Deutschland zeigen
Wie werden Printmarken im digitalen Raum tatsächlich genutzt und was sagt das über die Entwicklung des deutschen Medienmarkts aus? Der Readly Trend Report 2025 wertet das digitale Leseverhalten von Readly-Nutzern in Deutschland aus und zeigt, welche Themen, Kategorien und Formate 2025 an Bedeutung gewonnen haben und wo Aufmerksamkeit nachlässt.
Grundlage der Analyse sind anonymisierte Nutzerdaten von Readly aus dem Zeitraum November 2024 bis Oktober 2025, ergänzt um Vergleichswerte aus den Jahren 2023 und 2024. Ausgewertet wurden mehrere hundert Millionen Leseinteraktionen von Nutzern, die gedruckte Titel über Readly digital konsumieren.
Zeitungen legen zu – Orientierung schlägt Unterhaltung
Die Nutzerdaten zeichnen ein klares Bild des digitalen Lesejahres 2025. Die Readly Leser greifen Printmarken digital gezielter für Information, Einordnung und Service auf. Besonders deutlich zeigt sich das bei Zeitungen. Die Nutzung von Printzeitungen in digitaler Form steigt auf Readly in Deutschland um 9,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
„Unsere Nutzerdaten zeigen, dass Printmarken digital nicht an Bedeutung verlieren, sondern anders gelesen werden“, sagt Katharina Kruse, Head of Content DACH. „Für Verlage wird dadurch sichtbar, welche Inhalte im digitalen Raum wirklich genutzt werden, wo Leserbindung entsteht und welche Themen auch jenseits der gedruckten Ausgabe Reichweite aufbauen.“
Weniger Genuss, mehr Zukunft – Tech zurück in den Top 5
Im Magazinbereich zeigt sich ein differenziertes Bild. Mehrere klassische Segmente liegen 2025 unter dem Vorjahresniveau. Die Kategorie Essen & Trinken verzeichnet einen Rückgang von 23 Prozent, Haus & Heimwerken von 21,7 Prozent. Auch Stars & Unterhaltung sowie Wirtschaft & Finanzen gehen im Jahresvergleich zurück.
Gleichzeitig zählt die Kategorie Tech 2025 wieder zu den fünf meistgenutzten Kategorien auf Readly in Deutschland. Das deutet auf ein erneuertes Interesse an Technologie, Digitalisierung und insbesondere Künstlicher Intelligenz hin, die zunehmend auch außerhalb klassischer Fachmedien gelesen wird.
„Technologie ist 2025 kein Nischenthema mehr, sondern Teil des gesellschaftlichen Alltags“, sagt Marie-Sophie von Bibra, Deutschlandchefin Readly. „Vor allem Künstliche Intelligenz treibt das Interesse. Die Rückkehr von Tech unter die meistgenutzten Kategorien zeigt, wie stark Leserinnen und Leser Orientierung bei KI, Digitalisierung und ihren Auswirkungen auf Arbeit, Alltag und Gesellschaft suchen.“
Vom Heft zum Inhalt – Artikel werden zum Leitformat
Ein zentraler Trend betrifft die Art der Nutzung. Besonders auf mobilen Geräten greifen Nutzerinnen und Nutzer selektiv und themengetrieben auf Inhalte zu, statt ganze Hefte oder Zeitungsausgaben vollständig zu lesen. Reichweite entsteht damit im digitalen Konsum von Printtiteln immer stärker auf Artikelebene und weniger ausschließlich über die vollständige Ausgabe. Wenn nicht auf dem Sofa mit dem Tablet gelesen wird, greifen Nutzerinnen und Nutzer unterwegs verstärkt zu mobilen Inhalten. Auf dem Smartphone dominiert das selektive Lesen einzelner Artikel. Dort entfallen 43 Prozent der Leseinteraktionen auf Artikel, aber nur 18 Prozent auf vollständige Ausgaben. Tablets hingegen werden zu 82 Prozent für das Lesen kompletter Ausgaben genutzt – ein Hinweis darauf, dass längere und immersivere Nutzungssessions bevorzugt auf größeren Geräten stattfinden. Für Verlage verschiebt sich damit die Frage von Heftlogik hin zu Themen-, Format- und Nutzungslogik.
Meistgelesene Titel auf Readly in Deutschland 2025
Magazine
Playboy Deutschland
AUTO BILD
COMPUTER BILD
BUNTE
FOCUS Magazin
Zeitungen
BILD
BILD am Sonntag
DIE WELT
WELT am Sonntag
B.Z.
Worauf sich Verlage 2026 einstellen müssen
Die Readly-Nutzerdaten aus 2025 zeigen, dass sich der digitale Konsum von Printmedien weiter ausdifferenziert. Titel werden zunehmend situations- und themenbezogen genutzt, weniger entlang fester Ausgaben oder Kategorien. Besonders gefragt bleiben Inhalte, die Einordnung, Service sowie Themen rund um Technologie und Gesundheit bieten. Katharina Kruse sagt: „Für den deutschen Medienmarkt bedeutet das, dass digitale Reichweite weniger über Umfang oder Frequenz entsteht, sondern über Kontext, Aktualität und die Anschlussfähigkeit an konkrete Informationsbedürfnisse.“
Der vollständige Readly Trend Report 2025 ordnet diese Entwicklungen auch international ein und analysiert weitere Trends im digitalen Konsum von Printmedien.
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